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Museumsgeschichte

Im Jahre 1888 wurde in Most das Stadtmuseum gegründet, welches sich in seiner Tätigkeit vor allem auf die Geschichte, die Heimatkunde und die Folklore des deutschen Teils der böhmischen Bevölkerung konzentrierte. Am 2. Januar 1894 wurde der Verein der Museumsfreunde in Most gegründet, der die Unterstützung des Museums in seinen Interessen zur Aufgabe hatte und dessen Mitglieder bedeutende Persönlichkeiten der Stadt Most waren.

Im Jahre 1928 entstand in Most aus dem aufgelösten tschechischen Verein "Vlastimil" (gegründet 1881) das Podkrušnohorské muzeum (Erzgebirgisches Museum). Es hat die gesamten Sammlungen des Vereins inkl. Bibliothek und Archiv übernommen. Die Hauptinteressen der Sammler- und Publikationstätigkeiten des Museums lagen vor allem auf der Geschichte und Heimatkunde des tschechischen Staates sowie der tschechischen Bevölkerung des erzgebirgischen Vorgebirgslandes.

Ein weiteres Museum, gegründet im Jahre 1897, war das Městské muzeum (Stadtmuseum) in Horní Litvínov, welches sich anfangs unter sehr bescheidenen Bedingungen entwickelte. Erst im Jahre 1913 wurden die Sammlungen zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Es wurden nach und nach Gegenstände ergänzt, die die Entwicklungsgeschichte der Textilproduktion von der Strumpfwirkereizunft an über die Manufakturherstellung bis hin zu den ersten Litvínover Baumwollbetrieben darstellten. Ebenso fanden sich Exponate, die an die Anwesenheit der Waldsteiner errinnerten, sowie die Existenz der Spielzeugmacherschule nachwiesen.

Im Jahre 1945 bekam das Museum ein eigenes Gebäude zuteil. Es handelte sich um das alte Rathaus auf dem Masaryk Platz, wo die Ausstellungen ab 1947 für die Öffentlichkeit zugänglich waren. Ein weiteres Museum, welches in der Zeitgeschichte des Museumswesens der Region Most nicht vergessen werden darf, ist das kleine Heimatmuseum in Hora Svaté Kateřiny. Das Katharinaberger Museum beschäftigte sich vor allem mit der im mittleren Erzgebirge viel verbreiteten, heutzutage bereits mancherorts vergessenen Spielzeugmacherei.

Nach dem Anschluss des Grenzgebietes im Jahre 1938 wurde das Podkrušnohorské muzeum in Most aufgelöst und seine Sammlungen dem Stadtmuseum in Most bzw. Duchcov übergeben. Im Jahre 1944 wurde aus Sicherheitsgründen (Bombenangriffe auf die Hermann Göring Werke in Záluží) ein Teil der Sammlungen in die Kellerräume des Schlosses in Milešov transportiert. Von dort sind die meisten Austellungstücke jedoch nach 1945 nach Most zurückgekehrt. Die Sammlungen beider Museen sowie des Stadtarchivs sind zu dieser Zeit zusammengelegt worden. Das Stadtmuseum und das Archiv in Most fanden Platz im alten Gebäude des deutschen Museums. Anfang der fünfziger Jahre wurde das Museum geteilt und so entstanden zwei unabhängige Institutionen: Městské muzeum in Most (Stadtmuseum) und Městský archiv in Most (Stadtarchiv).

Im Jahre 1964 wurden die zwei Stadtmuseen in Most und Litvínov zusammengelegt und es entstand das Okresní muzeum in Most (Kreismuseum in Most). Ein Jahr später, 1965, übernahm das Museum die Sammlungen des aufgelösten Katharinaberger Museums. Der Hauptsitz des Museums und gleichzeitig der Abteilung für Gesellschaftswissenschaften wurde das Gebäude des ehemaligen Piaristen-Gymnasiums in Most, die Naturwissenschaftliche Abteilung fand Platz im Waldsteiner Schloss in Litvínov. Das Museumsgebäude wurde genauso wie die gesamte alte Stadt Most infolge des Kohleabbaus abgerissen. Aus diesem Grunde ist das Moster Museum in den Jahren 1978 -1982 zweimal in neue Räumlichkeiten umgezogen. Schlussendlich zog das Museum in das Gebäude des ehemaligen deutschen Realgymnasiums und ist dort bis heute geblieben.

Wegen Sanierungsarbeiten des gesamten Gebäudes musste das Museum jedoch in den 90-er Jahren erneut zweimal umsiedeln. Der Umbau des ganzen Gebäudes wurde 1996 beendet und das Museum wieder feierlich der Offentlichkeit zugänglich gemacht. 2000 hat das Museum die Verwaltung des neu sanierten Gebäudes des alten Krematoriums auf dem Friedhof in Most übernommen, wo das Internationale Denkmal für die Opfer des 2. Weltkrieges errichtet wurde.

In der Gegenwart konzentriert sich das Oblastní muzeum in Most (Regionalmuseum in Most) bei seiner Tätigkeit auf Bewahrung, fachgerechte Erfassung sowie Ergänzung seiner reichen Sammlungen zur Geschichte sowie der Natur der Region Most selbst und der anschließenden Regionen - des Erzgebirges und des Böhmischen Mittelgebirges.