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SCHATZ AUS HOLZ

Datum: 3.8.2021 - 28.11.2021 | Kategorie: ethnographie, kunst und kunsthandwerk, geschichte

3. 9. 2021 – 28. 11. 2021

 

Das Erzgebirge ist untrennbar mit dem Bergbau verbunden. In Zeiten des Niedergangs suchten die Menschen jedoch nach anderen Broterwerb, und eine davon war die Herstellung von Holzspielzeug. Als der Bergbau zurückging, florierte die Spielwarenindustrie und umgekehrt. Zentrum der Holzspielzeugproduktion wurden auf tschechischer Seite die Bergdörfer im Bezirk Most mit Übergreifen zu dem Nachbarbezirk Chomutov und auf deutscher Seite Städchen im Erzgebirgskreis.

Über viele Jahrhunderte hinweg entwickelte sich die Produktion von Spielzeug auf beiden Seiten der Grenze gemeinsam, es entstanden ähnliche Produkte, die gleichen Techniken wurden verwendet und der Vertrieb erfolgte über die Grenze hinweg. Die Wende kam nach dem Jahr 1945, als zwischen dem sächsischen und dem böhmischen Erzgebirge eine undurchdringliche Grenzzone geschaffen wurde. Neben dem Aufbrechen persönlicher Verbindungen ist auch die Spielwarenindustrie mit zwei verschiedenen Wegen gelaufen. Die Wanderausstellung dokumentiert die Entwicklung der Spielwarenindustrie im Erzgebirge von ihren Anfängen bis in die Gegenwart, insbesondere mit Schwerpunkt auf die Doppelentwicklung in der Nachkriegszeit, also in den Jahren 1945-1990, als das Holzspielzeug aus Erzgebirges die ganze Welt eroberte.

Der Ausstellung ging eine gründliche Forschung voraus. Leider sind nur wenige Archivmaterialien erhalten geblieben, so dass ein Großteil des Wissens aus den Zeugenaussagen von Spielzeugzeugen oder ihren Nachkommen stammt. Die für kleine und große Besucher konzipierte Ausstellung zeigt Objekte, die dem Museum von Zeitzeugen ausgeliehen oder geschenkt wurden. Kommen Sie und erinnern Sie sich an die Kindheit und vielleicht finden Sie hier, was Sie selbst gespielt haben.

Begleitet wird die Ausstellung von Informationstafeln, die die wichtigsten Meilensteine in der Herstellung von Holzspielzeug zusammenfassen und die wichtigsten Firmen beschreiben, die hier in der Nachkriegszeit tätig waren. Für Interaktivität sorgen Touchpanels mit einem einzigartigen 3D-Modell eines Verleger-Koffers oder einer kurzen Animation. In einem Quiz können Sie Ihr Wissen über Erzgebirgsspielzeug testen und in der Spielecke für eine Weile zum Kind werden.

Bei der Ausstellung wird auch ein Dokumentarfilm präsentiert, der die Erinnerungen von Zeitzeugen der Spielzeugproduktion festhält. Es wird wird auch eine Fachpublikation vorgestellt, die sowohl die gemeinsame Entwicklung der Holzspielzeugproduktion von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg als auch die unterschiedliche Ausrichtung dieser Branche auf beiden Seiten der Grenze nach 1945 dokumentiert.

Zur Ausstellung wird ein Begleitprogramm in Form von drei Workshops vorbereitet, deren Termine im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung der Anti-Epidemie-Maßnahmen festgelegt werden – folgen Sie die Website und Facebook-Profil des Museums.

Das Projekt " Erzgebirgische Spielzeugindustrie - zwei Länder - zwei Wege " wurde vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Programms zur Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen der Tschechischen Republik und dem Freistaat Sachsen 2014-2020 gefördert. Das Regional- und kunstmuseum in Most und der Förderverein des Museums Olbernhau e.V. haben an dem Projekt mitgewirkt.