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Projekt „Erzgebirgische Spielzeugindustrie – zwei Länder – zwei Wege“

Datum: 15.12.2018 - 31.10.2019 | Kategorie: kunst und kunsthandwerk

Projekt „Erzgebirgische Spielzeugindustrie – zwei Länder – zwei Wege“ 

Das Museum in Most (Oblastní muzeum v Mostě) wird in Kooperation mit dem Förderverein des Museums Olbernhau e. V. in den folgenden zwei Jahren die Geschichte der Spielzeugindustrie nach dem Krieg auf beiden Seiten der Grenze im Erzgebirge erforschen. Das grundlegende Thema der beiden Partner ist das erzgebirgische Spielzeug. Für die Finanzierung des Projekts wurde dem Museum in Most als Leadpartner des Projekts mit dem Titel „Erzgebirgische Spielzeugindustrie – zwei Länder – zwei Wege“ eine Förderung aus dem Programm zur Förderung der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Tschechische Republik – Freistaat Sachsen zur Verfügung gestellt. Das Gesamtbudget des Projekts beträgt 237.450,- €, davon werden 85 % seitens der EU bereitgestellt.

Wichtigstes Ziel des Projektes ist die Aufarbeitung der Geschichte der Spielzeugproduktion auf der sächsischen und tschechischen Seite des Erzgebirges nach dem 2. Weltkrieg. Grundlage dafür ist die Darstellung von Beginn und Entwicklung dieses Industriezweiges im böhmischen und sächsischen Gebirgsteil sowie der Austausch zwischen beiden Teilen. 

Wie der Direktor des Museums von Most, Mgr. Michal Soukup äußerte, beginnt die Umsetzung des Projekts fünf Minuten vor Zwölf, weil die Zeitzeugen bereits ein hohes Alter erreicht haben und uns schnell verlassen. Ohne deren Aussagen könnten wir auf diese Problematik keinen gänzlichen Einblick erzielen. Wir bitten also die breite Öffentlichkeit und die Fachleute, vor allem Zeitzeugen, dass Sie uns kontaktieren, falls Sie dem Museum Gegenstände, Maschinen und Anlagen in Zusammenhang mit der Spielzeugproduktion im Erzgebirge überlassen können. Wir begrüßen auch Zeugenschaft in Form von persönlichen Erinnerungen. Haben Sie im Dachboden altes Spielzeug, Dokumente oder Fotos und möchten damit dieses Projekt unterstützen? Bieten Sie es dem Museum in Most an.

Bei Interesse kontaktieren Sie uns bitte: michal.soukup@muzeum-most.cz; +420 728 736 457.

Die Ergebnisse des Projektes sollen dem Fachpublikum und der breiten Öffentlichkeit einschließlich den Schülern und Jugendlichen vorgestellt werden. Die Spielzeugproduktion als zusätzlicher Verdienst zum Bergbau und danach die industrielle Produktion sind Bestandteil des gemeinsamen kulturellen Erbes und deren Erforschung fördert die Eintragung der Montanregion Erzgebirge in die Liste UNESCO –Weltkulturerbe.

Die Geschichte des deutschen Spielzeugwesens wurde umfangreich bearbeitet, jedoch nur bis 1945. Eine Erforschung der Spielzeugproduktion auf der tschechischen Seite fehlt fast vollständig. Die Geschichte der Betriebe VERO und DEHOR wurde bis jetzt noch nicht näher untersucht. Die Aufgabenstellung von diesem Projekt ist es, diese Lücken auf beiden Seiten der Grenze zu schließen. 

Gegenwärtig erfolgt eine eingehende Forschung, es werden zeitgenössische Objekte und Dokumentationen gesucht sowie Zeitzeugen interviewt und Archive werden erforscht. Die Hauptergebnisse des Projekts sind eine Fachpublikation, eine Wanderausstellung und ein Dokumentarfilm, der u. a. auch Schulen für den Unterricht der Geschichte der Region zur Verfügung gestellt wird. Zur Popularisierung des Themas „Erzgebirgisches Spielzeug“ tragen auch die Webseite und Facebookseite des Projekts bei, wo regelmäßig aktuelle Nachrichten veröffentlicht werden.